Logistik für die Insight der Haeger & Schmidt Logistics
Verfasst am 2026-01-19
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Transport
Transportlogistik, Auslieferung, Fracht, Dispatcher/in -
Logistik
Auslieferung, Fracht, Dispatcher/in
Location: Salzgitter
Logistik Interview für die Insight der Haeger & Schmidt Logistics GmbH
20.05.2022 | Salzgitter Flachstahl GmbH
Fabian Gerdes, Leiter Kundenlogistik bei der Salzgitter Flachstahl
Die Salzgitter Flachstahl wickelt langjährig viele Verkehre über das Terminal von Haeger & Schmidt Logistics (HSL) in Duisburg ab. Seit dem Ausbau zum Stahl-Logistik-Hub kann das Unternehmen einen größeren Teil der Supply Chain mit HSL abdecken. Im Interview erläutert Fabian Gerdes, Leiter Kundenlogistik bei Salzgitter Flachstahl, was sich seitdem verändert hat.
Welche Rolle spielt die Stahlinsel Duisburg für die Logistik von Salzgitter Flachstahl?Die Stahlinsel ist traditionell ein wichtiger Umschlagpunkt für viele unserer Produkte wie Profilstahl, Grobbleche und Coils. Insbesondere für die Automobilindustrie spielt die Stahlinsel eine wichtige Rolle als Drehscheibe im Bereich Shortsea, über die wir unseren Stahl mit HSL-eigenen Linienschiffen Richtung England transportieren, bislang allerdings mit begrenzten Lagerkapazitäten.
Durch das neue Terminal werden die Möglichkeiten der Nutzung erheblich erweitert. Seit der Fertigstellung der temperaturgeführten Halle können wir dort auch empfindliche Stahlcoils ohne schützende Exportverpackung abwickeln. Durch die neu geschaffenen Kapazitäten ist die Stahlinsel außerdem für uns als Lagerstandort in Form eines Hubs nutzbar. Aus diesen neuen Rahmenbedingungen resultiert eine Mengensteigerung von 25.000 t jährlich, die wir nun zusätzlich über Duisburg in den Export bringen.
sich hieraus auch neue logistische Dienstleistungen?
Neben den klassischen Dienstleistungen, wie der trimodale Umschlag zwischen Binnenschiff, Bahn und Lkw, sind seit der Halleneröffnung einige neue Tätigkeiten hinzugekommen. Hierzu gehören unter anderem das Containerstuffen und der Vorlauf zu verschiedenen Seeterminals für den weltweiten Export, die Zwischenlagerung von witterungsempfindlichen Stahlprodukten und die termingerechte Zustellung an unsere Kunden mit den verschiedenen Verkehrsträgern Bahn, Binnenschiff und Lkw.
Inwieweit hat das Stahl-Logistik-Hub Einfluss auf Ihre Logistikprozesse?In unserem Hüttenwerk in Salzgitter produzieren wir nahezu 365 Tage im Jahr rund um die Uhr. Daraus resultiert ein extrem hohes Produktionsvolumen, wobei die Kapazität unserer eigenen Läger nur auf den Produktionsausstoß von wenigen Tagen ausgelegt sind. Durch die neue Halle haben wir eine Zwischenlagermöglichkeit gewonnen, die in Verkehrsrichtung liegt und so das zusätzliche Handling unserer Produkte minimiert. Besonders attraktiv ist für uns, dass wir diesen Standort mit unserem eigenen Zug-System SLOT, unabhängig vom Einzelwagensystem, anfahren können.
Die Abkürzung „SLOT“ steht für Salzgitter-Logistik-Transport. Das System besteht aus bis zu drei Zügen täglich, die ins Ruhrgebiet und Richtung Karlsruhe fahren und als eine Art Milk-Run zu verstehen sind, bei dem die anzusteuernden Äste täglich flexibel variieren. Der Zug ins Ruhrgebiet verzweigt sich in verschiedene Äste mit direkten Kundenbelieferungen, Lagermöglichkeiten und Rohstoffverkehren. Jeder neue Ast, den wir an das System andocken können, erhöht die Flexibilität und die kontinuierliche Entsorgung unserer Hütte.
nennen Sie ein Bespiel, warum Hub- und Lagermöglichkeiten an Bedeutung gewinnen?
Mit der neuen Möglichkeit der Zwischenlagerung müssen wir nicht darauf warten, bis unsere Kunden die Stahlcoils abrufen oder das Closing im Seehafen kurz bevorsteht. Sobald das Material versandbereit ist, transportieren wir es in die Stahlhalle nach Duisburg – und durch unser System ganz flexibel. Damit sind wir der Nachfrage einen entscheidenden Schritt voraus. Denn wir stehen aktuell vor dem Problem, dass wir aufgrund der angespannten Situation auf dem Transportmarkt keine verlässlichen Lieferzeiten mehr haben, wenn der Kundenabruf eingeht.
Durch das vorzeitige Auslagern der Ware treten wir in Vorleistung und gewinnen Zeit.
Ein weiterer Vorteil ist, dass wir die Stahlinsel mit unserem eigenen SLOT-System anfahren dürfen. Durch das eigene Equipment sind wir in diesem Abschnitt der Lieferkette unabhängig von Drittanbietern, vermeiden weitere Schnittstellen…
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