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Fellowships zur Erforschung „Komplexität als Thema des Rechts

in Frankfurt, 60306, Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland
Unternehmen: Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin
Vollzeit position
Verfasst am 2026-01-15
Berufliche Spezialisierung:
  • Recht
    Rechtsbeistand, Anwalt, Rechtsstreit, Zivilrecht
Stellenbeschreibung
Stellenbezeichnung: Fellowships zur Erforschung von „Komplexität als Thema des Rechts“
Location: Frankfurt

  • Was Stipendium — Fellowships zur Erforschung von „Komplexität als Thema des Rechts“
Fellowships zur Erforschung von „Komplexität als Thema des Rechts“

im Rahmen des Projekts „Wandel im und durch Recht – Digitale Transformation und Klimawende“

Wir laden Forschende aller Disziplinen und Karrierestufen ein, sich im Jahr 2026 als Fellows mit eigenen Forschungsvorhaben an unserem Projekt zu beteiligen.

Forschungsperspektive

Komplexität, als charakteristisches Merkmal von Transformationsprozessen, entsteht durch eine nicht überschaubare Zahl sich wechselseitig beeinflussender Faktoren. In der Folge lassen sich komplexe Zusammenhänge nicht gleichzeitig ganzheitlich und feingranular beschreiben. Die Forschung differenziert sich vielmehr bei der Untersuchung komplexer Gegenstände in unterschiedliche Zugänge verschiedener Disziplinen aus. Für das Recht, verstanden als Gesetzgeber, Behörden, Justiz und private Rechtsanwender
* innen sowie Rechtswissenschaft, folgen hieraus spezifische Herausforderungen:
Die digitale Transformation und die Klimawende konfrontieren das Recht mit neuen Regelungsbedarfen und der Notwendigkeit, bestehende Regelungsstrukturen an sich wandelnde Realitäten anzupassen. Zugleich können normative Entscheidungen und Regelungen nur gelingen, wenn komplexe Wirklichkeiten angemessen verstanden und verarbeitet werden.

Anliegen des Projekts „Wandel im und durch Recht – Digitale Transformation und Klimawende“ ist, die normative Relevanz und die Gelingensbedingungen angemessener Beschreibungen komplexer Wirklichkeit zu erörtern. Als Analysefolie dienen dabei die digitale Transformation sowie die Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Anpassung an dessen Folgen.

Aus einer grundlegenden Perspektive stellt sich die Frage, was ein angemessenes Verständnis der Regelungsbereiche für die Zwecke des Rechts ausmacht. Ein weiterer Fragenkreis betrifft die Verarbeitung außerrechtlicher Beschreibungen im Recht, zumal sich in Transformationsprozessen Recht und Wirklichkeit gegenseitig beeinflussen. In diesem Kontext liegt beispielsweise eine normativ kaum vorstrukturierte Funktion des Rechts darin, gesellschaftliche Prozesse komplexer Selbstorganisation zu rahmen. Außerdem bringt der Umgang mit Komplexität für das Recht dadurch Herausforderungen mit sich, dass Entwicklungen nur eingeschränkt planbar oder auch nur vorhersehbar und entsprechend auch nur in jeweils bestimmter Hinsicht gestaltbar sind.

Die konkreten normativen Anforderungen an den Umgang mit Komplexität unterscheiden sich je nach Akteur
* in. So stellt sich für die Gesetzgebung die Frage, welche verfassungsrechtlichen

Anforderungen , etwa aus dem Demokratieprinzip oder aus den Grundrechten, an die Wissensgrundlage bestehen. Eine Facette dieser normativen

Anforderungen bildet das Verhältnis von Expert
* innen-Wissen zu politischer Verantwortung. Bezogen auf Behörden und Gerichte, aber auch auf sonstige Akteur
* innen, hängt die Anknüpfung an Wirklichkeitsbeschreibungen anderer Disziplinen in der Rechtsanwendung wesentlich davon ab, inwiefern die Auswahl von Wissensbeständen unterschiedlicher Disziplinen normativ vorstrukturiert ist oder anderen Kriterien der situativen oder kontextübergreifenden Angemessenheit folgt. Fragen der Fortentwicklung des Rechts im Transformationsprozess werden an der Entwicklung neuer Rechtsinstitute in Rechtsprechung oder Gesetzgebung deutlich, etwa der Einführung neuer Ausschließlichkeitsrechte oder der Anerkennung neuer Formen der Rechtsträgerschaft, beispielsweise von Rechten der Natur, Rechten zukünftiger Generationen, Rechten an Daten oder der Rechtsfähigkeit digitaler Agenten oder kollektiver Phänomene im digitalen Raum.

In diesen Zusammenhängen setzt das Recht die Angemessenheit des Verständnisses komplexer Wirklichkeit als selbstverständlich voraus. Es entwickelt dabei allerdings keine methodischen Kriterien im Umgang mit unterschiedlichen Wirklichkeitsbeschreibungen, obwohl gerade der Auswahl spezifischer und der Synthese verschiedener Wissensperspektiven für die Rolle des Rechts in Transformationsprozessen große Bedeutung zukommen kann. So kann sich etwa der Akzent rechtlicher Handlungs- und…

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