Ein Herz für Systeme – vom Masterstudiengang Systems Engineering
Listed on 2026-02-14
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Ein Herz für Systeme – vom Masterstudiengang Systems Engineering
Vor zwei Jahren hat die TU Clausthal den Weiterbildungsstudiengang Systems Engineering ins Leben gerufen. Prof. Dr. Christian Siemers gibt Einblick in die Struktur des Studiengangs und erklärt dessen Besonderheiten.
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(Bild: Christian Siemers)
Vor einigen Wochen erklärte mir ein Manager eines namhaften Industrieunternehmens, er stelle für Projektarbeiten mit eingebetteten Systemen am liebsten Physiker ein:
Diese seien berührungsunempfindlich gegenüber der Wirklichkeit, weil ja doch alles nur aus physikalischen Wechselwirkungen bestehe, so dass alle auftretenden „Fehler“ letztendlich erklärbar seien.
Engelsgeläut in meinen Ohren, weil ich ja einmal Physik studiert habe, aber im Verlauf des Gesprächs einigten wir uns doch darauf, dass man eigentlich Systemleute haben müsste.
Doch was zeichnet Systemmenschen denn eigentlich aus? Sind es mehr Ingenieure/Ingenieurinnen mit einem Hang zum Programmieren oder mehr Informatiker, die die Außenwelt auch nicht vergessen haben? Häufig hört man die erstere Antwort, denn ein bisschen Programmieren lernt man doch so nebenbei.
Zugegeben, die Antwort hat etwas, aber sie greift dennoch zu kurz, denn mittlerweile stellen die Softwaresysteme den komplexesten Teil in vielen Geräten dar, und dann geht es um Testbarkeit, Pflegbarkeit usw., also mittelfristig wirksame Aufgaben, die schon nicht mehr so nebenbei handhabbar sind.
Die Wahrheit liegt eher an anderer Stelle:
Gesucht waren und sind mehr denn je Menschen, die sich auf zwei, ja sogar drei Gebieten zurechtfinden:
Maschinenbau, Elektro- und Informationstechnik sowie Informatik. Zurechtfinden bedeutet dabei nicht, ein/eine Experte/Expertin zu sein, sondern vielmehr, mit der Gedanken- und Begriffswelt dieser Disziplinen zurechtzukommen.
Aus diesen Überlegungen heraus wurde vor zwei Jahren der weiterbildende Studiengang Systems Engineering an der TU Clausthal ins Leben gerufen.
Nun sind Weiterbildungsstudiengänge in Deutschland noch recht jung und auch nicht besonders zahlreich, weil sie aus dem üblichen Denken über Ausbildung und Beruf doch herausragen:
Immerhin wird hierdurch impliziert, dass das Modell „einmal studieren, ein Leben lang im Beruf anwenden“ vielleicht doch nicht eine so allgemeine Gültigkeit besitzt und durch „lebenslanges Lernen“ ersetzt werden muss.
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